Werden Sprache und Rechtschreibung negativ durch Chatkommunikation beeinflusst?

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Ob in WhatsApp, E-Mails, auf Facebook oder anderen sozialen Netzwerken: Die Kommunikation soll vor allem eines sein: schnell. Da sind Abkürzungen, der Verzicht auf angemessene Interpunktion, Wortneuschöpfungen und die Verwendung von Emoticons gang und gäbe. Doch sorgt diese moderne Art des Schreibens für einen Sprachverfall unter Jugendlichen?

Bei einem Blick in die Chatverläufe vieler Jugendliche liegt der Verdacht nahe, dass diese „Internetsprache“ die grammatikalisch korrekte Sprache bedrohe. Man könnte meinen, die Teenager verlernen dadurch den Bezug zum eigentlichen korrekten Hochdeutsch und verlieren in Sachen Grammatik und Rechtschreibung an wichtigem Wissen. Sprachwissenschaftler und Internetforscher sind jedoch anderer Meinung: Solange die „richtige“ Sprache weiterhin erlernt und gesprochen wird, kann die moderne Internetkommunikation sogar bestimmte Kompetenzen fördern.
So nehmen Jugendliche in ihrem Schriftverkehr verschiedene Rollen ein: Mit dem besten Freund wird beispielsweise anders geschrieben als mit einem entfernten Verwandten. Eine E-Mail an einen Vorgesetzten in der Ausbildung oder eine Bewerbung für einen Praktikumsplatz wird weitaus förmlicher formuliert als eine Nachricht an den Klassenkameraden, der um Hilfe bei den Hausaufgaben gebeten wird.
Dieser Wechsel des Sprachgebrauchs fördert nicht nur die sozialen Kompetenzen, er sensibilisiert die Teenager auch dafür, ihren Wortschatz bewusst einzusetzen.
Im Übrigen ist eine solche verfremdete Sprache keinesfalls ein Novum und auch lediglich von temporärer Dauer. Schon früher gab es immer wieder Phasen, in denen beispielsweise Comicbegriffe wie „urgh“, „peng“ und Co. in den Schriftverkehr einbezogen wurden.

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